In neunter Generation ist sie im Familienbesitz

Die Geschichte von Ramings Mühle in Lengerich.
Eines der interessantesten und traditionsreichsten Bauwerke im Emsland.

Mit Liebe zum Detail erzählt Gästebegleiterin Monika Prekel (r.) die Geschichte der Mühle.

Alte Wind- und Wassermühlen sind faszinierende Denkmale der Kulturtechnik. Wo sie erhalten und betrieben werden, sind sie Anziehungspunkt zahlreicher Gäste. Wenn die Mühlen dann auch noch idyllisch in der Landschaft liegen, betriebsbereit sind und es weitere interessante Bauwerke in der Umgebung gibt, werden sie ein Publikumsmagnet. Ein schönes Ensemble mit Mühle und Mühlenteich sowie Backhaus gibt es in Lengerich.

Hier gehört die im Jahr 2001 restaurierte oberschlächtige Wassermühle zu den Sehenswürdigkeiten. Die Lengericher Gästebegleiter sind gerne bereit, ihren Gästen das Bauwerk Ramings Mühle näher zu bringen. Sie wissen vieles über diese über 500 Jahre alte Wassermühle am Lotter Bach. Die Mühle liegt in unmittelbarer Nähe des erst 2001 errichteten Backhaus des Heimatvereins Lengerich recht idyllisch in einem Waldgebiet mit entsprechender Teichanlage. Die Mühle ist bis in das Jahr 1550 nachweisbar. Es wird aber ein noch älterer Ursprung vermutet. An ihr ist noch gut erkennbar, wie die Wassermühlen funktionierten. Bei oberschlächtigen Mühlen wie Ramings Mühle wird das Wasser von oben auf die Schaufelräder des Wasserrades geleitet. Weiterem Bauformen sind halbschlächtige oder unterschlächtige Wasserzuführungen. Bei der oberschlächtigen Mühle wird das Wasser aus dem Mühlenteich über ein Gerinne zugeführt. Es treibt eine Welle an, die ihr Drehmoment über Kammrad und Kronenrad an die Königswelle weiter gibt. Von hier aus gehen dann Abtriebe zu den verschiedenen Einrichtungen, darunter auch das Malwerk.

Zwei Mühlsteine mit der Jahreszahl 1615 und einem Meisterzeichen weisen auf einen Kollergang hin, der früher zur Ölgewinnung genutzt wurde. Bis 1961 diente die Mühle dann aber ausschließlich als Kornmühle, ab 1930 zusätzlich durch einen Deutzmotor angetrieben. Die Mühle befindet sich in neunter Generation im Besitz der Familie Raming. Neben Wissenswerten zur Mühle informieren die Gästebegleiterinnen auch über die Gemeinde Lengerich und ihre geschichtliche Entwicklung sowie über die dortigen Kirchen und die beiden Schützenfeste. Neben der Mühle unterhält der Heimatverein in unmittelbarer Nähe auch ein Backhaus. An jedem ersten Sonntag in den Monaten von Mai bis September wird ein Backtag angeboten. Dann wabert herrlich Geruch nach frischen Brot über das Gelände. Das Team freut sich immer über die oft große Gästezahl. Auf dem Gelände gibt es zudem mehrere gemütliche Sitzecken. Hier kann man verweilen und sich einmal in der Hektik der heutige Zeit ein wenig entspannen. Weitere Informationen Monika Prekel, Telefon: 05904/960969.

Die Königswelle mit Kronrad und Abtrieb zum Malgang.

Ein Mühlstein mit Jahreszahl 1615 und Meisterzeichen darunter.

Das Gerinne mit dem Mühlenrad.

Der Mühlenteich mit Enteninsel.

Die befestigte Uferanlage an der Seite der Mühle, in der linken Bildmitte der Zulauf mit Wehr.

Quelle: Emsland-Kurier, EL am Mittwoch vom 14.08.2019, S. 7 / Jürgen-Schwietert-Fotos

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